Nachruf auf Randy Klawiter

Die „Internationale Stefan Zweig Gesellschaft“ trauert um Professor Emeritus Dr. Randolph J. Klawiter, der am 19. Juli 2021 verstarb. „Randy“ oder „Freund Randy“ Klawiter, wie er auf seinen Wunsch in der Stefan Zweig-Community und in seinem Freundes- und Bekanntenkreis genannt wurde, war seit Gründung der „Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft“ Mitglied unseres Wissenschaftlichen Beirats. Wir verlieren durch seinen Tod einen treuen und allseits geschätzten Freund.

Besondere Verdienste und Anerkennung hat sich Prof. Klawiter als weithin bekannter Stefan Zweig-Bibliograph erworben, ja, es ist nicht zu viel gesagt, dass seine beharrliche intensive bibliographische Arbeit seit 1965 erst das Fundament für die neuere Forschung zu Stefan Zweig gelegt hat.

In unserer Gratulation zum 85. Geburtstag und in der kleinen Broschüre, die wir im Oktober des Vorjahres zu seinem 90. Geburtstag herausgaben, skizzierten wir seine Publikationen und vor allem seine Leistungen als unermüdlicher Bibliograph für Stefan Zweig.

Während vieler Jahrzehnte standen ihm für diese bibliographische Arbeit, die große Kenntnisse und stetigen Fleiß erfordert, aus Europa vor allem zwei Freunde zur Seite, beide ebenfalls Mitglieder unserer Gesellschaft: Dr. Donald Prater (1918-2001) aus Gingins in der Schweiz, später Cambridge, Ehrenpräsident unserer Gesellschaft, und Rainer-Joachim Siegel aus Leipzig. Beide versorgten ihn nicht nur kontinuierlich mit vielen und teilweise äußerst entlegenen Zitaten zu Publikationen über Zweig, beide waren auch langjährige und enge Freunde.

Ich lernte „Freund Randy“, wie auch ich ihn nach kurzer Bekanntschaft nennen durfte, im Februar 1992 beim „1. Internationalen Stefan Zweig Kongress“ auf Schloss Leopoldskron in Salzburg kennen. Der große, athletische Mann wirkte mit seiner offenen und ungezwungenen Freundlichkeit auf den ersten Blick gar nicht wie ein Literaturspezialist, erst im Gespräch erschlossen sich für sein Gegenüber seine Liebe und tiefen Kenntnisse der deutschen, englischen und lateinischen Literatur.

Anfang der 90er Jahre lud er mich ein, wenn ich in den Staaten sei, solle ich doch bei ihm vorbeikommen, ich könne gerne auf der Couch im Wohnzimmer nächtigen. Leider kam ich nicht in die USA, weshalb ich dieses großzügige und sehr freundschaftliche Angebot nicht einlösen konnte. Wir hofften, „Freund Randy“ bei unseren Tagungen ab 2010 in Europa wiederzusehen. Leider aber kam es dazu nicht mehr, weil es ihm ein Leiden an der Wirbelsäule unmöglich machte, lange Stunden im Flugzeug zu sitzen. Doch „Freund Randy“ nutzte das E-Mail, um mit der Gesellschaft Kontakt zu halten und nahm so digital an allen Aktivitäten unserer Gesellschaft Anteil.

Die „Internationale Stefan Zweig Gesellschaft“ und alle Mitglieder, die „Freund Randy“ persönlich kannten oder ihm durch Briefpost oder E-Mail verbunden waren, vermissen ihn sehr und werden unseren lieben Freund in ehrender Erinnerung behalten.

Für die „Internationale Stefan Zweig Gesellschaft“

Hildemar Holl (Vorsitzender)

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