In der Londoner Hallam Street, wo Stefan Zweig während seiner Exiljahre lebte, wurde am 1. Juli 2026 eine „Blue Plaque“ zu seinem Gedenken enthüllt. Die ikonische blaue Gedenktafel des English Heritage Trust erinnert an der Adresse 49 Hallam Street im Stadtteil Marylebone an den Schriftsteller, der dort von 1936 bis 1939 wohnte – nachdem er 1934 seine Heimat Österreich verlassen hatte.
Die Ehrung kommt spät: Ein erster Antrag auf eine Gedenktafel war 2012 noch mit der Begründung abgelehnt worden, Zweigs Londoner Verbindungen seien nicht stark genug und sein Bekanntheitsgrad in Großbritannien zu gering. Dagegen wandte sich 2021 ein offener Brief an English Heritage, den zahlreiche prominente Persönlichkeiten unterzeichneten – darunter Julian Barnes, Tom Stoppard, David Hare und Timothy Snyder. Dass die Auszeichnung nun doch erfolgt ist, unterstreicht die anhaltende Bedeutung Zweigs für die europäische Literatur, insbesondere für die Literatur des Exils, wie die English-Heritage-Historikerin Susan Skedd betonte.
Die Tafel markiert zugleich einen Ort mit beklemmender Geschichte: Zweigs Adresse in der Hallam Street stand in der berüchtigten „Sonderfahndungsliste G.B.“ der Nationalsozialisten, jenem Verzeichnis von Personen, die nach einer Invasion Großbritanniens verhaftet werden sollten. In London arbeitete Zweig unter anderem an seiner Biographie Maria Stuarts; einen Großteil seiner Recherchen erledigte er im nahegelegenen Lesesaal des British Museum.
Enthüllt wurde die Tafel von Eva Alberman, der Nichte von Zweigs zweiter Frau Lotte.
Weiterführende Links:
London ehrt Stefan Zweig | Jüdische Allgemeine

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Toll! Endlich!
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Das freut mich außerordentlich, stand ich doch vor zwei Jahren dort und wunderte mich, dass es keinen Hinweis gab.
Später reiste ich von Hamburg aus mit dem Schiff über Southampton nach Bath, besuchte dort seine letzte Adresse in Europa. Dieses Haus scheint von außen so, als sei es in den Jahren nach seinem Auszug kaum verändert worden.
Diese Orte zu besuchen, war mir wichtig, ich hatte mitten in der Pandemie 2020 einen Song geschrieben, während ich „Die Welt von Gestern“ noch einmal las. Gerade 60 Jahre alt geworden, mit dem eigenen Stillstand durch die Pandemie an die Wohnung gefesselt, kamen mir dieses Buch, weitere seiner Schriften, insbesondere auch seine Tagebücher und Schriften bedrohlich nah. Die Beschäftigung mit dem Schreiben meines Liedes, die Fertigstellung dessen, schien mir gleichermaßen unmöglich und unabdingbar zu sein, um der sich schleichend ankündigenden eigenen Lebensmüdigkeit zu entkommen. Mir schien das wie ein Songschreiben am offenen Herzen.
Wer mag, sei eingeladen, den Song auf einer der Streaming-Portale anzuhören. Auf meiner Reise nach Bath hatte ich diverse kleine Videos gedreht, die flossen dann später in ein Musikvideo ein, zu finden auf meinem YouTube-Kanal.
Jörg Erb, „Zweig“
Herzliche Grüße aus Hamburg